Mein New Work - Ein persönlicher Blick auf die neue Arbeitswelt

„New Work hat wenig mit internen Veränderungs-prozessen in Großraumbüros zu tun,
sondern in erster Linie mit den Gestaltungsprozessen
für eine selbstbestimmte Arbeitswelt.“

Catharina Bruns

SUPERWORK


Der New Work Begriff ist in aller Munde. Auf Twitter gerne auch mit Hashtag versehen, zeigt er an, „Hier ist vorne, und wir bahnen den Weg in eine neue Arbeitswelt.“  In den vergangenen beiden Jahren haben sich verschiedenste Autoren, Aktivisten und Aufklärer an ihm abgearbeitet. Manche wollten ihn gleich wieder abzuschaffen („Das ist alles Bullshit-Bingo!“). Andere versuchten ihn mit Definitionen einzugrenzen und greifbarer zu machen. Der eine oder andere Anlauf erschien mir dabei wie der klägliche Versuch unter dem Label „Wissenschaftlichkeit“ sich in den Annalen des New Work Begriffs zu verewigen. Ewiger Ruhm und Ehre garantiert.

 

Und dabei gibt es sie schon lange, diese Definition. Und sie ist so simpel und sympathisch, dass sie für viele vielleicht einfach zu schlicht daherkommt. „Mach das, was Du wirklich, wirklich willst, und ermögliche Dir das durch ein bisschen Erwerbsarbeit und klugen Konsum und Selbstversorgung.“ Wer den Ansatz kennen lernen möchte, dem sei Frithjof Bergmanns Impuls im Rahmen der New Work Experience ans Herz gelegtBergmann ist emeritierter Professor für Philosophie und Begründer des New Work Bewegung. Spannend ist an seiner Keynote nicht nur was er zu sagen hat. Faszinierend sind auch die Reaktionen des Publikums. In andächtiger Stimmung lauschte es seinen Worten und verabschiedete ihn schlussendlich mit stehenden Ovationen und einem nicht enden wollenden tosenden Applaus. Mit seinen Worten berührte er an diesem Tag die Sehnsucht vieler. Die Sehnsucht nach einer anderen, besseren (Arbeits-)Welt.

 

Für viele scheint diese Arbeitswelt eine weit entfernte Zukunft oder auch unrealistische Utopie zu sein. Ich selbst bin davon überzeugt, dass sie noch im Laufe dieses Jahrhunderts Realität wird und hoffe sehr, sie noch selbst miterleben zu dürfen. Ich könnte mir vorstellen so Richtung 2050 oder 2060.

 

Wie ich dazu komme, so etwas zu glauben? Das liegt vielleicht daran, dass ich bereits seit meiner frühen Jugend begeisterter Science Fiction und insbesondere Star Trek Fan bin. Das dort gezeigte gesellschaftliche Konzept einer Welt, in der der Erwerb von Reichtum nicht mehr die treibende Kraft ist, sondern sich Menschen der Erschließung neues Wissens widmen, erschien mir bereits mit 14 sehr schlüssig und sinnvoll. Ermöglichen werden uns diese Zukunft technische Innovationen. Viele der in Star Trek entworfenen Technik gibt es bereits heute. Manche waren in ihrer Entwicklung sogar durch das TV-Format selbst inspiriert. Und wer noch ungläubig drein schaut, dem sei Michio Kakus Buch „Die Physik der Zukunft – unser Leben in 100 Jahren“ empfohlen. Kaku ist Physiker und gehört zu den Vätern der Stringtheorie. In seinem Buch zeigt er auf, für welche technische Möglichkeiten bereits heute die Grundlagen gelegt sind, und wie diese in den kommenden Jahrzehnten unser Leben verändern werden.

 

Aber kommen wir zurück zu unserem „New Work Begriff“ und der neuen Arbeitswelt. Was sich heute unter diesem Begriff versammelt, hat mit Bergmanns Ansatz und seiner Star Trek ähnlichen Zukunft nicht viel zu tun. Stattdessen sprießen die unterschiedlichsten Ansätze, Methoden, Lösungen wie Unkraut aus dem Boden. Und so hat sich ein ganzer Urwald an Buzzwords entwickelt: digitale Transformation, Agilität, Work-Life-Balance, Partizipation, Unternehmensdemokratisierung. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. 

Was diese Vielfalt jedoch zeigt ist, aus welchen unterschiedlichen Blickwinkeln die Zukunft der Arbeit betrachtet wird. Manche mögen dabei versuchen ihren Monetarisierungswahn aus der alten in die neue Welt zu retten, wie ihn Andreas Zeuch in seinem Artikel „New Work. Der Ausverkauf hat begonnen“  beschreibt. Andere erscheinen in ihrer Deutung und Ausgestaltung vielleicht zu idealistisch oder naiv (siehe Bergmann). Für mich persönlich liegt der Fokus jedoch auf der Vielzahl von Perspektiven und Aspekten und den unterschiedlichen Ausgangspunkten, von denen Menschen sich auf den Weg machen.

 

Für mein eigenes Denken und Schaffen ist diese Vielfalt und vor allem ihre Widersprüche ein Quell an Inspiration für neue Ideen. So war es auch überaus erhellend und spannend zu erfahren, wie unterschiedlich die Nominierten des New Work Awards 2017 auf „New Work“ blicken und welchen Aspekten sie sich verschrieben haben. Während der Abstimmungs-phase hatten wir alle angeschrieben und um Beantwortung von drei Fragen gebeten.

  • Was ist Deine Vision von New Work?
  • Wie gehst Du vor um dieser Vision näher zu kommen? 
  • Was rätst Du Menschen, die den ersten Schritt gehen wollen? 

Ihre Antworten sind auf unserer Webseite nachzulesen und laden Neugierige zum Perspektivwechsel ein.

 

Und so schließe ich mich gerne Catharina Bruns und ihrer Beschreibung von New Work an: „New Work hat wenig mit internen Veränderungsprozessen in Großraumbüros zu tun, sondern in erster Linie mit den Gestaltungsprozessen für eine selbstbestimmte Arbeitswelt.“

  

Dieser Gestaltungsprozess für eine selbstbestimmte Arbeitswelt ist für mich Teil eines Emanzipationsprozesses. Eine Emanzipation von der tradierten Arbeitsmoral und ihren Glaubenssätzen hin zu einem Möglichkeitsraum der durch Kreativität, Partizipation und Kooperation gestaltet wird. Eröffnet wird dieser Prozess in mir, durch das Hinterfragen meiner Denkmuster und Handlungsweisen und der Kernfrage „Wofür“ ich gerade unterwegs bin. Dient mein Handeln der Abgrenzung, Ausgrenzung oder Erhöhung oder ermöglicht es Vielfalt, Entwicklung und Beziehungen?

 

Und so folge ich ganz frohgemut  Johann Wolfgang von Goethe: Alle aufrichtig und weisen Gedanken sind bereits tausende Male gedacht worden, aber um sie uns wirklich zu Eigen zu machen, müssen wir sie immer wieder ehrlich denken, bis sie in unserem persönlichen Ausdruck Wurzel schlagen.


Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #NewWork17 von Winfried Felser. Herzlichen Dank für den Impuls, lieber Winfried, es hat gut getan sich mit dem Begriff und seinen Wurzeln in mir auseinanderzusetzen. Vielen Dank auch Dir, lieber Gregor Ilg für Deinen Beitrag „NewWork, WhyWork, iWork – Bewerbung zum Mitarbeiter des Monats“, der mich dazu inspiriert hat, meine eigene New Work Geschichte zu verfassen. Ein angemessener Auftakt für das Blog von CO:X.



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